Fitnessboxen / Thai-Fitnessboxen

Mit den Fäusten gegen Stress

Boxen macht fit, löst aufgestaute Aggressionen und „macht den Kopf frei"

Ob Henry Maske, Sven Ottke oder Regina Halmich - sie haben den Boxsport in Deutschland nicht nur populär sondern auch gesellschaftsfähig gemacht. Eine sanfte Variante des rauen Sports hält derzeit Einzug in die Fitnessstudios und wird auch zunehmend von Frauen angenommen.

Hoher Fitnessfaktor
„Das Boxen als Training besitzt einen sehr hohen Fitnessfaktor, weil dabei eine ganze Reihe körperlicher Systeme gleichzeitig beansprucht werden", erklärt Tobias Jung, Sporttherapeut und selbst ThaiBoxer. So hat es einerseits eine hohe Ausdauerkomponente, welche das Herz-Kreislauf-System stärkt, und eine Seite, die die Anaerobe Energiebereitstellung trainiert. 
Weil die Arme ständig in Vorhalteposition bleiben und Schlagtechniken geübt werden, profitiert besonders die Muskulatur des Oberkörpers, erläutert Tobias Jung. Die tänzelnden Bewegungen auf dem Vorfuß trainieren zudem die Waden- und Fußmuskulatur. Gleichzeitig zeigt sich eine positive Wirkung auf das Reaktions- und Koordinationsvermögen der in Bewegung zu bringenden Extremitäten. 
Eine deutliche Kräftigung des Rumpfes und Steigerung der Beweglichkeit des Rumpfes und der unteren Extremitäten bringt die thailändische Version des Boxens, Muah Thai Boxen genannt, mit sich. Hierbei werden im Vergleich zum klassischen Boxen sogar noch mehr Muskelgruppen des Körpers angesprochen. Dies erfolgt dadurch, dass hierbei nicht nur die Fäuste, sondern auch die Beine, die Knie und die Ellbogen eingesetzt werden dürfen. Diese Eigenart ist dafür verantwortlich, dass das „Thai Fitnessboxen" sich für ein Ganzkörpertraining optimal eignet!

Gut gegen Frust
„Insgesamt ist es eine koordinativ anspruchsvolle sportliche Aktivität", sagt Jung. „Ich würde sie besonders dann empfehlen, wenn auch eine psychische Entlastung erreicht werden soll. Durch das Schlagen können wir uns hemmungslos gehen lassen und uns austoben. Das ist sehr entspannend, weil auch Stresshormone abgebaut und positive Hormone aktiviert werden", erklärt der Sporttherapeut. Aggressionen und Arbeitsfrust lassen sich mit dieser Sportart besonders wirksam kompensieren.
Wer den Sport ausüben will, kann eigentlich sofort loslegen, komplizierte Choreografien gibt es nicht. Dennoch sind Kurse in Fitnessstudios und Boxvereinen sinnvoll, denn dort werden gezielte Bewegungen für einen hohen Trainingseffekt vermittelt. Tobias Jung bringt dabei stark seine Elemente aus dem Muah-Thai-Boxen ein.

Ausdauer erforderlich
„Spezielle Vorerfahrungen sind nicht nötig", sagt Jung. „Man sollte aber schon eine gewisse Ausdauer mitbringen", empfiehlt der Experte. „Zumindest ist ein Ausgleichssport sinnvoll." Doch im Prinzip sei das Training für jedes Alter geeignet. Menschen mit rheumatischen oder arthrotischen Erkrankungen sollten auf das Boxen eher verzichten. Für alle anderen sportlich Aktiven ist es eine Fitness-Alternative mit vielen positiven Wirkungen.

Zu guter letzt möchte Jung noch deutlich hervorheben, dass Fitnessboxen und Thai-Fitnessboxen innerhalb des Kursprogramms ohne Vollkontakt durchgeführt wird, da hier der Fitnessfaktor im Vordergrund steht! Sollte jemand den Wettkampf „Man vs. Man" im Sinn haben, dann ist er bei einem Box-Club eindeutig besser aufgehoben.